Cannabidiol: Ein Blick in die Forschungsgeschichte

Cannabidiol: Ein Blick in die Forschungsgeschichte

Die wissenschaftliche Geschichte rund um und über Cannabidiol (CBD) geht zurück bis in die 40er-Jahre. Zwischen der ersten Extraktion des Cannabinoids aus der Hanfpflanze und ersten pharmakologische bzw. experimentellen Studien vergingen jedoch weitere knapp 30 Jahre. Es sollte bis in die 70er-Jahre dauern, bis die medizinische Forschung das Cannabinoid und dessen Heilungspotenzial näher erkundete. Wir wollen uns heute die wissenschaftliche Reise von CBD näher ansehen und festhalten, was die Wissenschaft zwischen 1970 und unserem heutigen Jahrhundert über das natürliche Extrakt der Cannabis-Pflanze herausfand. Die nachfolgenden Erkenntnisse sind dabei nicht komplett, da die Liste an wissenschaftlichen Erkenntnissen über CBD jeden Rahmen eines Blogbeitrags sprengen würde.

Der Originaltext, welcher die Basis dieses Blogbeitrags bildet, ist zu finden unter dem Titel “Cannabidiol: from an inactive cannabinoid to a drug with wide spectrum of action“. Der Text ist im Englischen frei zugänglich und wir laden dich ein das Original ebenfalls zu lesen. Nachfolgend findest du eine freie Übersetzung des Originals. Wir haben, wie immer bei wissenschaftlichen Texten, nur einzelne, unserer Meinung nach interessante Abschnitte frei, teilweise und – stellenweise – vereinfacht übersetzt.

Frühe pharmakologische Untersuchungen von Cannabidiol (70er-Jahre)

Die ersten pharmakologischen Untersuchungen von CBD galten der Epilepsieforschung. 1973 berichtete eine brasilianische Forschergruppe, dass CBD erfolgreich Krämpfe und Zuckungen bei Epilepsie reduzieren bzw. komplett hemmen konnte. Nur ein Jahr später berichtete eine andere Forschergruppe dasselbe Ergebnis. Am Ende des Jahrzehnts folgten Berichte der brasilianischen Forscher über den klinischen Einsatz von CBD bei 16 Patienten. Jeder dieser Patienten erhielt entweder 200 bis 300 mg Cannabidiol täglich für 4,5 Monate oder ein Placebo. Zusätzlich nahmen alle 16 Patienten weiterhin die verschriebenen Medikamente gegen Epilepsie ein, welche nachweislich keine positive Wirkung auf die Anfälle hatten. Am Ende wurde festgehalten, dass bei lediglich 1 Patient von 8 CBD-behandelten Patienten keine Besserung eintrat. Bei der Placebogruppe konnte bei nur einem Patienten eine Verbesserung seiner Krankheit festgestellt werden. Es gab weitere Studien über CBD bei Epilepsie, wobei manche Studien keinen nachweisbaren Effekt ergaben. Insgesamt, bis heute gerechnet, gilt CBD allerdings als anti-epileptisch.

Der beruhigende und entspannende Effekt von CBD wurde ebenfalls in den frühen 70er-Jahren erkannt. Erste Laborversuche zeigten ein reduziertes Stressverhalten bei Tieren und bei höherer Dosierung auch längere Schlafzeiten. Beim Menschen eingesetzt erzielte CBD hervorragende Ergebnisse bei Schlaflosigkeit (tägliche Dosis lag bei 160 mg) im Vergleich zu Menschen, die ein Placebo erhielten.

CBD bei Angststörungen, Psychosen und Bewegungsstörungen (80er- und 90er-Jahre)

Bereits 1974 berichtete eine Studie über den Einsatz von CBD und THC, dass CBD eine angstlindernde Wirkung besitzt. 1982 wurde in einer weiteren Studie belegt, dass 1 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht, zusammen mit 0,5 mg delta9-THC pro Kilogramm Körpergewicht, Angstzustände bei Versuchspersonen erheblich reduzierte. Die angstlindernde Wirkung von CBD wurde nachfolgend in zahlreichen Studien belegt. Auch heute noch werden diese Effekte von CBD auf Angstzustände und -störungen beim Menschen und beim Tier untersucht. Es gilt als gesichert, dass Cannabidiol einen erheblichen, positiven Effekt auf Angst besitzt und die Forschungen drehen sich – hauptsächlich – nur noch um die Erklärung dieser Wirkung.

Die anti-psychotische Wirkung von CBD wurde 1982 das erste Mal erkannt. Damals wurde CBD und THC bei Versuchspersonen in Kombination benutzt. Die Studie demonstrierte, dass CBD in der Lage ist diverse Symptome von Psychosen zu lindern. Im selben Jahr zeigte die Verabreichung von Cannabis ohne CBD-Gehalt bei Psychiatriepatienten in Südafrika eine weitaus höhere Anfälligkeit für psychotische Zustände. Weitere Untersuchungen, sowohl im Labor, als auch klinischer Natur, erwiesen die Wirksamkeit von CBD bei psychotischen Erkrankungen, wie z.B. Schizophrenie. Ab 1995 galt CBD wissenschaftlich betrachtet als eine effektive und alternative Behandlungsmöglichkeit von Schizophrenie und weiteren psychotischen Zuständen.

Die ersten Hinweise von gewünschten Wirkungen bei Bewegungsstörungen wurden Mitte der 80er-Jahre entdeckt. Zunächst handelte es sich um Erfahrungsberichte von Patienten mit Dystonie. Eine kleine Studie mit nur 5 Versuchspersonen ergab einen wirksamen Effekt von CBD (100 bis 600 mg pro Tag), verabreicht neben herkömmlichen Medikamenten. Bei Chorea Huntington wurde in einer kleinen Studie mit nur 4 Patienten eine Wirksamkeit von CBD beobachtet. In einer größeren Studie zu Chorea Huntington konnten die Ergebnisse jedoch nicht bestätigt werden. Anscheinend stellte die medizinische Forschung weitere Untersuchungen von CBD bei Bewegungsstörungen daraufhin ein. Jüngst jedoch erlebt die Forschung in diesem Bereich einen erneuten Aufschwung, da die neuroprotektiven Effekte von CBD bei Parkinson und diabetischer Retinopathie in Untersuchungen nahegelegt wurden.

CBD als Medikament mit breitem Spektrum an Wirkungen (2000)

Die vorher angesprochene Wirkung bei Bewegungsstörungen mit einer Ursache im neurologischen Bereich wird heute weiter untersucht. Cannabidiol gilt heutzutage als neuroprotektiv. Jüngere Studien legen dabei nahe, dass CBD sogar Neuronen vor diversen, degenerativen Schritten im Körper schützt. Weitere Studien in der 2000er-Jahren legten zudem nahe, dass CBD gewünschte Effekte auf und gegen Alzheimer besitzt. Wir haben in einer übersetzten Studie über den Einsatz von CBD gegen diabetische Retinopathie erkennen dürfen, dass die neuroprotektive Wirksamkeit von Cannabidiol den Zelltod von neuronalen und retinalen Zellen verhinderte. Zudem ist belegt, dass CBD den oxidativen Stress im Körper senkt. Unter anderem auch bei Krebs.

In den 2000er-Jahren wurde zudem erkannt, dass CBD stark entzündungshemmend wirkt. Erste Hinweise darauf fanden Forschungen über den Einsatz von CBD gegen sog. Tumornekrosefaktoren. Die verblüffende Wirkung des Cannabinoids kurbelte weitere Untersuchungen an, vor allem in den Bereichen rund um Arthritis, Arthrose und Rheuma. Forscher fanden nachfolgend heraus, dass CBD den Fortschritt von Arthritis aufhalten bzw. sehr stark verlangsamen konnte. Und das bereits bei geringen Dosen von 5 bis 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Cannabidiol wirkte in allen Untersuchungen nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzlindernd. Gleichzeitig wurde beobachtet, wie das Nervensystem im Körper durch das Cannabinoid geschützt und das Immunsystem stabilisiert wurde.

Weiterhin wurden mehr und mehr die Wirksamkeit von CBD gegen Diabetes oder deren Auswirkungen untersucht. Bei Laborversuchen zur Untersuchung von CBD bei Diabetes (Typ 1) wurde herausgefunden, dass die Verabreichung von CBD den Fortschritt von Diabetes bei 86 Prozent der Versuchstiere reduzierte. Weitere Studien über CBD bei Diabetes Typ 1 legten zudem nahe, dass CBD eine wirksame und alternative Therapiemöglichkeit sei. Diabetes Typ 2 wird im Originaltext nicht erwähnt, weshalb wir an dieser Stelle nicht näher auf die Wirkung von CBD bei Diabetes Typ 2 eingehen möchten.

Cannabidiol gegen Krebs

Bereits 1970 gab es erste Untersuchungen von Cannabinoiden und deren Auswirkungen auf Tumorzellen. Um es milde auszudrücken: die Ergebnisse von CBD sahen nicht rosig aus. Allerdings wurde damals mit sehr, sehr hohen Dosierungen getestet (200 mg pro Kilogramm Körpergewicht und mehr), was den normalen Dosierungen natürlich nicht im Ansatz nahe kommt. In den 2000er-Jahren wurde die Forschung über die Wirkung von CBD auf Tumorzellen erneut angekurbelt. Es wurde nämlich entdeckt, dass CBD einen gewünschten Effekt (bei normalen Dosierungen) auf Gliomzellen hat. In der angesprochenen Studie zeigte Cannabidiol bereits nach 6 Tagen eine Verringerung der Aktivität in C6-Gliomzellen. Der Effekt konnte auch beim Menschen nachgewiesen werden und das bereits nach 24 Stunden. Dieselbe Studie zeigte auch auf, dass CBD einen antiproliferativen Effekt besitzt. Zudem wurde festgestellt, dass CBD die Apoptose in Tumorzellen beschleunigt. Jüngere Studien legten zudem nahe, dass Cannabidiol aus allen Cannabinoiden heraus am effektivsten gegen Tumorwachstum und -verbreitung wirkt. Hier haben wir eine Studie übersetzt, die sich mit exakt diesem Thema beschäftigte.

Fazit

Die Forschung beschäftigte sich schon lange mit Cannabidiol. Die Hanfpflanze zählt zu einer der ältesten Heilpflanzen der Welt und stand deshalb schon seit vielen Jahrzehnten (wenn nicht Jahrhunderten) im Fokus von Experimenten und Untersuchungen zu medizinischen Zwecken. Die Forschung ist jüngst wieder mehr aktiv geworden bzgl. CBD im Speziellem. Vor allem auch deshalb, weil die psychoaktiven Nebeneffekte von THC medizinisch nicht gewollt sind. Cannabidiol besitzt keine psychoaktiven Nebeneffekte und stellte sich in zahlreichen Studien als effektiver, verglichen mit THC, heraus. Uns Hanfpfoten überraschen diese Ergebnisse nicht mehr häufig, denn für uns stand schon lange fest: CBD ist die beste natürliche Alternative für dein Tier und dich!

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