Endocannbinoide, Fibromylagie und dein Tier

Endocannbinoide, Fibromyalgie und dein Tier

Schmerzerkrankungen gibt es viele. Ganz gleich ob es sich hierbei um den Menschen oder Hunde, Katzen, Pferde, etc. handelt. Arthritis, Arthrose und ähnliche Krankheiten sind auf unserem Blog ja schon öfter mal das Thema gewesen. Heute wollen wir uns der sog. Fibromyalgie (auch Fibromyalgiesyndrom genannt) widmen. Der komisch anmutende Name für diese chronische Schmerzerkrankung heißt in etwa “Muskel-Faser-Schmerzen” und um die Krankheit selbst ranken sich viele Unklarheiten. Das Hauptsymptom der Krankheit ist einfach nur Schmerz, oft beschrieben als tiefer Muskelschmerz. Hinzu kommen Reizempfindungen wie kribbeln oder brennen von Hautstellen, aber auch Taubheit bzw. Steifheit gewisser Gliedmaßen. Weiter berichten viele Betroffene von Schlafstörungen und Erschöpfungszuständen. Psychische Auswirkungen sind bei Schmerzerkrankungen natürlich auch nie auszuschließen.

Die Ursache von Fibromyalgie ist nicht geklärt. Es wird vermutet, dass es sich um eine gestörte Schmerzverarbeitung handeln könnte. Die Behandlung stellt sich zudem als schwierig dar, denn herkömmliche Schmerzmittel zeigen oftmals keine Wirkung. Interessant ist, dass Fibromyalgie auch bei Tieren auftreten kann. Pferde beispielsweise können am sogenannten equinen Fibromyalgie-Syndrom erkranken. Ebenso wie in der Humanmedizin, stellt das die Tiermedizin vor entsprechende Herausforderungen. Denn die Diagnose von Fibromyalgie ist nicht leicht. Es gibt schlichtweg keine bildgebenden Verfahren, wie das bspw. bei der Arthrose der Fall ist. Nichtsdestotrotz müssen Behandlungswege erschlossen werden. Dafür ist die medizinische Forschung zuständig. Und eben diese Forschung blickt nun auch auf Cannabidiol.

Wichtiger Hinweis: nachfolgende Zusammenfassungen beruhen auf echten wissenschaftlichen Publikationen. Wir nennen zum Beleg dafür jeweils den Originaltitel und verlinken zum entsprechenden Text. Die Texte liegen in Englisch vor und werden von uns selektiert. Zudem übersetzen wir entsprechende Abschnitte dieser Texte frei und stellenweise vereinfacht. Dies dient der Lesbarkeit, der Verständlichkeit, als auch dabei den Rahmen unserer üblichen Blogbeiträge nicht zu sprengen.

Ist ein Endocannabinoid-Defizit der Grund für u.a. Fibromyalgie?

Wir werden zeitnah einen Beitrag über die equinen Fibromyalgie bei Tieren bzw. speziell bei Pferden veröffentlichen. In diesem Beitrag wollen wir uns zunächst um die Forschung und deren Erkenntnisse über die Wirkung von CBD gegen Fibromyalgie beschäftigen. Während unserer Recherche hierzu stießen wir relativ schnell auf einen sehr interessanten Forschungsbericht. Der Titel selbst war schon faszinierend: “Clinical endocannabinoid deficiency (CECD): can this concept explain therapeutic benefits of cannabis in migraine, fibromyalgia, irritable bowel syndrome and other treatment-resistant conditions?” (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18404144/, 13/06/2019) Könnte das wirklich sein? Könnte ein Endocannabinoid-Defizit der Grund für Fibromyalgie oder auch Migräne sein? Nun, die Forscher sind einer Bejahung dieser Fragen nicht abgeneigt und raten zur weiteren Erforschung des sog. klinischen Endocannabinoid-Defizits.

In dem Bericht führen die Forscher aus, dass Migräne bspw. zahlreiche Verbindungen zu Funktionen von Endocannabinoiden besäße. Anandamid (AEA) regt zum Beispiel den 5-HT1A Rezeptor an, während es den 5-HT2A Rezeptor hemmt. Dieser Vorgang unterstützt die therapeutischen Maßnahmen bei Migräne massiv. Zudem zeigen Cannabinoide im Allgemeinen einen blockierenden Effekt auf Dopamin und eine entzündungshemmende Wirkung. Anandamid ist zudem aktiv im Migränezentrum des Gehirns, dem sog. periaquäduktalen Grau. Tetrahydrocannabinol (THC) erzeugt glutamaterge Neurotransmissionen durch Stimulation der NMDA Rezeptoren. Fibromyalgie wird (medizinisch) als zentraler Sensibilisierungszustand mit sekundärer Hyperalgesie erkannt. Cannabinoide zeigten hierbei die Fähigkeit spinale, periphere und gastrointestinale Funktionen zu blockieren, welche nachweislich Kopfschmerzen, Schmerzen erkannt durch das Fibromyalgiesyndrom und weiteren Erkrankungen erzeugen.

Die Forscher halten in ihrer Schlussfolgerung fest, dass Migräne, Fibromyalgie und weitere Schmerkrankheiten durchaus mit einem Endocannabinoid-Defizit in Verbindung stehen könnten. Das zumindest zeige sich, so die Forscher, in den herkömmlichen klinischen, biochemischen und physiopathologischen Mustern dieser Krankheiten. Deshalb liegt es nahe, dass eine Behandlung durch Cannabinoide (bzw. auch Cannabidiol im Speziellen) dieses Defizit beheben kann und dadurch die Krankheitsbilder zumindest signifikant abschwächt.

Cannabis findet Anwendung bei Fibromyalgie

Ein anderer Forschungsbericht (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21533029/, 13/06/2019) widmete sich den Auswirkungen von Cannabiskonsum bei Fibromyalgie. Durch den Konsum von Cannabis gelangen zahlreiche Cannabinoide in den Organismus und gemäß der Aussagen des ersten Forschungsberichtes, sollten diese Cannabinoide ein eventuell vorliegendes Endocannabinoid-Defizit helfen auszugleichen bzw. in irgendeiner Art und Weise zu verbessern. Dieser Ausgleich bzw. diese Verbesserung des Defizits sollten sodann auch Auswirkungen auf die Krankheit selbst zeigen. Die Studie jedenfalls umfasste 28 Fibromyalgiepatienten, welche Cannabis konsumieren und 28 Patienten, welche keines konsumieren. Bei den Konsumenten waren Mengen und Häufigkeit des Konsums unterschiedlich. Eingenommen wurde Cannabis entweder durch rauchen (54 %), oral (46 %) oder eine Kombination aus Beidem (43 %).

Bereits nach 2 Stunden konnten Untersuchungen eine signifikante Schmerzlinderung bei den Cannabiskonsumenten belegen. Zudem gingen die Steifheitsgefühle von diversen Gliedmaßen zurück. Die Patienten wurden zudem mehr und mehr entspannt, ruhig und fühlten sich einfach wohler. Psychologische Untersuchungen ergaben bei den Cannabiskonsumenten eine deutlich bessere, mentale Gesundheit, als bei den Nicht-Konsumenten. Die Forscher ziehen hieraus den Schluss, dass Cannabinoide tatsächlich bestimmte Symtome der Fibromyalgie lindern. Weitere Untersuchungen hierzu muss es natürlich geben. Auch merken die Forscher an, dass das Endocannabinoidsystem und seine Funktion bei Fibromyalgie wieter erforscht werden sollte.

Fazit zu Endocannbinoide, Fibromyalgie und dein Tier

Wir wissen, dass es bei den präsentierten, wissenschaftlichen Publikationen nicht immer rein um tiermedizinische Aspekte dreht. Natürlich solltest du deinem Hund oder deiner Katze kein Cannabis geben und wir wollen an dieser Stelle auch deutlich machen, dass wir niemanden dazu auffordern oder ermuntern wollen Cannabis zu konsumieren. Wir fänden es aber dennoch falsch davor zurückzuschrecken, legitime Forschungsergebnisse zu veröffentlichen, nur weil diese sich auf einen eventuell vorliegenden Cannabis-Konsum beziehen. Wie dem auch sei, die hier veröffentlichten Forschungsergebnisse sind in ihrer Substanz auch für Hunde, Katzen, Pferde oder andere Säugetiere gültig. Wie immer gilt: bespreche den Einsatz von CBD Hanföl zunächst mit deinem Tierarzt und setze niemals verordnete Medikamente einfach ab, weil du denkst, dass CBD es schon richten wird.

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