Beeinflussen Cannabinoide das Essverhalten?

Haben Cannabinoide Einfluss auf das Essverhalten?

Die Frage, ob Cannabinoide den Appetit beeinflussen kommt häufig auf. Bei Tetrahydrocannabinol (THC) ist diese Frage hinfällig, denn die Wissenschaft hat längst belegt, dass der psychoaktive Bestandteil der Hanfpflanze die Aufnahme von Nahrung erhöht. Menschen wie auch Tiere essen einfach mehr unter dem Einfluss von THC. Wenn wir uns endogene bzw. exogene Cannabinoide aber genauer ansehen verstehen wir, dass die Auswirkungen des einen Cannabinoides nicht auf die Auswirkungen der anderen Cannabinoide schließen lässt. Deshalb haben wir uns durch wissenschaftliche Publikationen gewühlt um herauszufinden, wie sich das Essverhalten durch andere Cannabinoide, wie z.B. Cannabidiol, verändert.

Wichtiger Hinweis: nachfolgende Zusammenfassungen beruhen auf echten wissenschaftlichen Publikationen. Wir nennen zum Beleg dafür jeweils den Originaltitel und verlinken zum entsprechenden Text. Die Texte liegen in Englisch vor und werden von uns selektiert. Zudem übersetzen wir entsprechende Abschnitte dieser Texte frei und stellenweise vereinfacht. Dies dient der Lesbarkeit, der Verständlichkeit, als auch dabei, den Rahmen unserer üblichen Blogbeiträge nicht zu sprengen.

Das Endocannabinoidsystem und sein Einfluss auf unseren Appetit

Wenn wir uns auf die Suche nach einer Antwort begeben, dann sollten wir uns zunächst mal ansehen, inwieweit das Endocannabinoidsystem denn in unser Essverhalten involviert ist. In “The endocannabinoid system in obesity and type 2 diabetes” (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18563385/, 09/09/2019) führen die Forscher aus, dass endogene (also körpereigene) Cannabinoide sog. Agonisten für die zum Endocannabinoidsystem (ECS) gehörenden CB1 und CB2 Rezeptoren sind. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann verweisen wir dich gerne auf unseren Beitrag zur Erläuterung des Endocannabinoidsystems. Das ECS spielt, laut den Forschern, auch eine Rolle bei der Verarbeitung von Fetten und Glukose im Körper von Säugetieren. Womöglich sogar bei der Ansammlung von Energie als Fett.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass das ECS “überaktiv” wird, sobald die Energieaufnahme durch Nahrung aus der Balance gerät. Sprich, wann immer sich Säugetiere nicht mehr ausgewogen ernähren, versucht das ECS eine Balance wiederherzustellen. Diese nicht-regulierte Aktivität des ECS kann dann zum Beispiel zu der Ansammlung von Fetten in unserem Verdauungsystem führen und auch in weiteren System des Körpers die Risikofaktoren für Erkrankungen erhöhen. Diese Erkenntnisse belegen den Bedarf an weiteren Forschungen und Untersuchungen. Denn wenn das ECS in unsere Nahrungsaufnahme selbst und auch deren Verarbeitung im Körper involviert ist, dann würde die Aktivierung der CB1 und CB2 Rezeptoren womöglich einen Einfluss auf Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 haben, oder?

Cannabinoide und ihre Wirkung auf das Essverhalten von Säugetieren

Nun, die Annahme, dass exogene Cannabinoide das Essverhalten von Säugetieren beeinflussen könnten, ist ja längst belegt. Wir erinnern uns: THC steigert den Appetit und dadurch auch die Nahrungsaufnahme. Wie steht es aber um Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) oder auch Cannabigerol (CBG)? Alle drei sind Bestandteile von Breitspektrum bzw. Vollspektrum CBD Hanfölen. Nun, Laborversuche liefern erste Ergebnisse. Diese werden in “Cannabinol and cannabidiol exert opposing effects on rat feeding patterns” (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22543671/, 09/09/2019) dargelegt. Und das mit verblüffenden Resultaten! Cannabinol (CBN) beispielsweise steigerte den Appetit durch die Aktivierung von CB1 Rezeptoren. Die Forscher führen aus, dass CBN die Zeiten zwischen den Mahlzeiten verringert und das Essverhalten nicht mehr nur dazu dient den Hunger zu stillen, sondern so viel Nahrung wie möglich aufzunehmen.

Cannabidiol (CBD) auf der anderen Seite verringerte die Menge an Essen bei der Nahrungsaufnahme. Auch scheint CBD das Essverhalten an sich zu regulieren. Wo CBN zum wahren Fressen anregte, regulierte CBD die Nahrungsaufnahme dahingehend lediglich den Hunger zu stillen. Cannabigerol (CBG) zeigte keinerlei Einfluss auf das Essverhalten oder die Nahrungsaufnahme als Solches. Interessanterweise legen diese Ergebnisse auch offen, dass CBN das erste Mal unter Laborbedingungen einen Einfluss auf den Appetit zeigte. Die Forscher sehen hier eine Möglichkeit zum Einsatz von CBN anstelle von THC, da Cannabinol nicht psychoaktiv wirkt. Cannabidiol hingegen hingegen könnte zukünftig einen therapeutischen Nutzen gegen Fettleibigkeit besitzen. Hierzu bedürft es aber weiteren Forschungen.

Fazit zu Cannabinoiden und ihrem Einfluss auf das Essverhalten

Cannabinoide, ob nun endogen oder exogen, besitzen einen großen Einfluss auf eine Vielzahl an Vorgängen im Körper von Säugetieren. Unter anderem beeinflussen Cannabinoide auch das Essverhalten. Damit liegt es nahe, dass das Endocannabinoidsystem eine Rolle bei und gegen Fettleibigkeit oder auch Diabetes Typ 2 spielt. Daraus resultierend kann die Annahme gebildet werden, dass exogene Cannabinoide gegen diese Krankheitsbilder mit therapeutischem Nutzen eingesetzt werden könnten. Die Liste an Anwendungsgebieten für Cannabinoide im Allgemeinen und Cannabidiol (CBD) im Speziellen wird damit immer länger und länger. Gerade auch deswegen ist stetige Aufklärung unabdingbar.

Wir hoffen, dass dieser Beitrag dir wertvolle Informationen und Einblicke in aktuelle Forschungen und deren Ergebnisse rund um das Endocannabinoidsystem und Cannabinoide geben konnte. Wenn dem so ist, dann würden wir uns freuen, wenn du diesen Beitrag in den sozialen Medien teilst. Falls du Fragen, Anregungen oder auch eigene Erfahrungen zum Thema hast, dann freuen wir uns ebenso gerne über deinen Kommentar!

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