Herausforderung für die Tiermedizin: Equine Fibromyalgie

Herausforderung für die Tiermedizin: Equine Fibromyalgie

Und wenn wir von Herausforderung reden, dann meinen wir nicht zwangsläufig die Behandlung! Human- und Tiermediziner stehen schon bei der Diagnose von Fibromyalgie vor großen Hürden. Woher die Krankheit kommt weiß niemand so genau. Gegenwärtig ranken sich viele verschiedene Theorien um die Ursachen der schmerzhaften Erkrankung, u.a. Traumatas, gestörte Schmerzverarbeitung im Gehirn, Infektionen des zentralen Nervensystems oder auch Störungen im Stoffwechsel der Muskeln. Erschwerend kommt hinzu, dass es für Fibromyalgie nach wie vor kein standardisiertes Diagnoseverfahren gibt. Wie viele Menschen genau an der Krankheit leiden ist unklar. Offizielle Zahlen gehen in mehrstellige Millionenhöhen, wobei die Dunkelziffern weitaus höher liegen dürften. Ebenso wie in der Humanmedizin, stellt Fibromyalgie auch Tiermediziner vor ein Rätsel. Ja, denn equine Fibromyalgie existiert. Bei Hunden, Katzen und vor allem auch Pferden.

Die Krankheit selbst äußert sich bei Pferden bzw. Tieren nicht anders wie beim Menschen auch. Hauptsächlich ist Fibromyalgie dabei von Schmerzen geprägt. Aber auch von vielen weiteren, möglichen Begleiterscheinungen. Diese Nebeneffekte können entweder gepaart oder getrennt voneinander auftreten, nicht selten berichten (Tier-)Ärzte von bis zu 20 Symptomen bei Betroffenen. Wir wollen uns heute dieser mysteriösen Krankheit ein wenig nähern und versuchen aufzuzeigen, auf welche Symptome es für PferdebesitzerInnen wirklich zu achten gilt!

Wichtiger Hinweis: als Grundlage dieses Beitrags diente uns der englische Fachartikel “Fibromyalgia cases trickling into practice“. Angaben im nachfolgenden Text beziehen sich auf ausgewählte Textpassagen des Originals und werden als teils vereinfachte Übersetzungen wiedergegeben.

Die vielen verschiedenen Anzeichen von equiner Fibromyalgie

Fibromyalgie ist keine Diagnose, die irgendwer gerne hört. Weder der Mensch, noch das Tier. Wenngleich Tiere nicht verstehen, was Fibromyalgie eigentlich ist und wie schwer die Diagnose wiegt, so erkennen Tiere doch durchaus durch uns, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Krankheit zu diagnostizieren verlangt Veterinären einiges ab. Wie du das also schaffen sollst? Gar nicht! Dieser Beitrag soll dich nicht zum Tierarzt mit Fachrichtung “Schmerzerkrankungen” ausbilden, sondern dir eine Hilfestellung dabei geben, wann du definitiv einen Tierarzt konsultieren solltest. Ob es sich dann um equine Fibromyalgie handelt oder nicht, muss der Experte feststellen. Bei den alarmierenden Symptomen fangen wir am besten mit autoimmunen Erkrankungen an.

Zu alarmierenden autoimmunen Erkrankungen zählen zum Beispiel die immunmediierte Arthritis, aber auch die immunvermittelte Neuritis. Zu achten gilt es hierbei vor allem auf bereits vorgeschädigte Gelenke. Oftmals sind die Vorderbeine betroffen, wegen der ungleichen Gewichtsverteilung. Solltest du Lahmheiten bemerken (auch wechselnd von Seite zu Seite oder von vorne nach hinten) solltest du den Tierarzt spätestens konsultieren. Immunvermittelte Neuritis zeigt sich häufig durch Versteifungen oder leichte Zitteranfälle. Unproduktives Husten, musköser Nasenausfluss und die sog. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) können ebenfalls Bestandteil einer autoimmunen Erkrankung sein. Manche Pferdebesitzer berichten auch von saisonalen Allergien, die kommen und gehen.

Gesichtsnerven und Hufe

Weiter geht es zum Gesicht des Pferdes. Auch bei den Gesichtsnerven sind verschiedene Symptome feststellbar. Diese äußern sich oft in sog. Kopfscheue, verursacht durch Überreizungen und folglich Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen. Das kann durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden, vor allem aber Zaumzeug, Fliegensprays, Insekten und diverse Bürsten. Verbunden mit Überempfindlichkeiten gegenüber Geräuschen oder sogar Licht, kommt es meist zum sog. Head-Shaking-Syndrom. Letzteres ist keine Seltenheit bei Fibromyalgie.

Auch können die Gesichtsnerven durch eine Neuritis gestört sein. Dies wird vor allem deutlich durch die Schwierigkeit Entfernungen richtig einzuschätzen, durch das Anrennen von Gegenständen bzw. Begrenzungen, Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsschwierigkeiten beim Gehen und häufiges Stolpern. Wo wir beim gehen sind: auch die Hufe geben diagnostisch wertvolle Auskünfte. Chronische Hufabszesse etwa oder auch petechiale Rötungen in weißen Hufwänden.

Defizite in der Mikrozirkulationen, den glatten Muskeln und kardiale Probleme

Die sog. Mikrozirkulation, also die Durchblutung der kleinsten Gefäße (der Kapillaren), kann bei Defiziten zu großen Problemen führen. Bei Fibromyalgie kann ein solches Defizit in der Mikrozirkulation typisch sein. Häufigste Folgen sind dann Muskelschwächen, generalisierte chronische Müdigkeit, Hautinfektionen oder schon vorher erwähnte Hufprobleme. Bei bereits bestehender und fortgeschrittener, equiner Fibromyalgie sind auch Lungenblutungen unter Belastung festzustellen. Allergisches Asthma kann eine weitere Folge sein.

Veränderungen an den glatten Muskeln äußern sich häufig in Reizdarmsyndromen oder aber einem durchlässigem Darm. Hier liegt eine gewisse Tücke vor: Pferde sind generell anfällig für Magen-Darm-Probleme. Reizdarmsyndrom oder ein durchlässiger Darm sind daher für viele Besitzer kein Hinweis auf Schlimmeres. Selbst Colitis und Koliken deuten für die meisten PferdebesitzerInnen auf nicht auf schlimmere Erkrankungen hin. Hier kann leicht erkannt werden, welchen Schwierigkeiten Tierärzte bei der Diagnose von equiner Fibromyalgie gegenüberstehen.

Kardiale Probleme können bei Fibromyalgie auch auftreten. Häufig sind das diastolische Herzgeräusche, die mit oder ohne einer Vergrößerung des linken Ventrikels einhergehen.

CBD gegen Fibromyalgie

In einem unserer zahlreichen Übersetzungen von wissenschaftlichen Publikationen konnten wir bereits überrascht lesen, dass ein Defizit endogener Cannabinoide durchaus die Entstehung bzw. den Fortschritt von Fibromyalgie begünstigen könnten. Cannabidiol (CBD) bzw. Breitspektrum CDB Hanföle können aktiv dazu beitragen dieses Defizit zu vermindern oder zu beseitigen. Ob die Fibromyalgie dadurch verhindert wird oder geheilt ist a) ungeklärt und b) unwahrscheinlich. Aber bei einer chronischen Schmerzerkrankung ist jede Linderung pures Gold wert. Für dich, als auch für dein Tier!

Fazit zur Diagnose der equinen Fibromyalgie

Fibromyalgie kann sich durch viele unterschiedliche Symptome zeigen. Standardisierte Diagnoseverfahren sind nach wie vor fehlend. Daher ist es für Human-, wie auch Tiermediziner schwer die Fibromyalgie überhaupt zu entdecken. Diese Beitrag soll dir (gerne auch deinem Tierarzt) als Hilfe zur Seite stehen, um auftretende Probleme bei deinem Pferd bzw. deinen Pferden genauer zu untersuchen. Magen-Darm-Probleme, Arthritis und selbst Arthrose sind bei Pferden nicht unüblich. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Reizdarm oder der Gelenkverschleiß nicht Teil eines weitaus größeren Problemes sein können.

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