How-To: Beissverhalten beim Welpen abstellen

How-To: Beissverhalten beim Welpen abstellen

Erst vergangene Woche sprachen wir über Welpenerziehung. In unserem ersten “How-To” zeigten wir dir, wie du deinen Hundewelpen an seinen Namen gewöhnen kannst. Du denkst jetzt wahrscheinlich, dass “Komm”, “Sitz” und “Bleib” die nächsten Schritte wären. Zugegeben, falsch wäre das nicht! Aber wir alle kennen ein anderes Verhalten von jungen Hundewelpen, welches unter Kontrolle gebracht werden sollte: das Beissverhalten. Die kleinen Hündchen kauen aber auch so gerne an allem herum, vor allem an unseren Händen, an unserer Kleidung und sonstigen (Einrichtungs-)Gegenständen. Wir zeigen dir heute, wie du das abstellst!

Hundewelpen besitzen noch keine Beisshemmung!

Hundewelpen besitzen noch keinerlei Kontrolle über ihren Biss. Du kennst das ja vielleicht: du willst deinen Hundewelpen einfach nur auf den Arm nehmen und streicheln, aber der Kleine will ständig nur an deiner Hand kauen oder aber auch deiner Kleidung. Das liegt an der mangelnden Beisshemmung. Die sogenannte Beisshemmung wird den Kleinen normalerweise von den Tieren in ihrem Rudel beigebracht. In deinem Fall gibt es vielleicht kein Rudel, da der Welpe dein einziger Hund ist. Demnach musst du die Aufgabe der erwachsenen Rudeltiere übernehmen. Keine leichte Aufgabe, aber definitiv machbar!

Innerhalb eines Rudels lernen Hundewelpen das richtige Beissverhalten spielerisch. Vor allem die Geschwister erziehen sich untereinander. Sie spielen, packen zu fest zu und quietschen laut auf. Es erfolgt eine Gegenwehr und so lernen die Kleinen nach und nach die sog. Beisshemmung. Das wichtige an der Lektion unter Hunden ist dabei jedoch nicht das Quietschen des anderen, sondern die unangenehme Reaktion. Daraus entsteht eine einfache Verknüpfung: “Ich packe zu fest zu und es folgt etwas Ungewünschtes.” Dein Hund wird in jedem Fall versuchen ungewünschte (also negative) Situationen zu vermeiden.

So stellst du das Beissverhalten deines Hundewelpen ab!

Du bist aber nun mal kein Hund. Und laut “Aua” zu rufen wird deinen Hundewelpen auch nicht stoppen. Genausowenig wie deine Hände vor ihm zu verstecken, ihn zu ignorieren oder in einem anderen Raum eine Auszeit zu geben. Das sind – unserer Meinung nach – falsche Erziehungsansätze beim Tier. Denn wenngleich du kein Hund bist, verstehen die heranwachsenden Vierbeiner doch eine Sprache immer noch am besten: die Hundesprache. Und diese Sprache ist recht simpel gestrickt. Der Welpe hat dich einfach nicht zu beissen. Und wenn er es tut, dann braucht es eine Reaktion darauf. Diese Reaktion soll dem Welpen nicht weh tun, du musst auch nicht zurück beissen (nicht im wörtlichen Sinne), sondern lediglich klarstellen, dass der kleine Vierbeiner das nicht darf. Und das geht in (Hundesprache) etwa so:

Wenn der Hundewelpe dich versucht zu beissen, dann fängst du an tief zu knurren. Ja, echt jetzt! Knurre. Denn erwachsene Hunde würden es genauso tun. Lässt der Hundewelpe nicht ab, was vor allem zu Beginn der Fall sein wird, dann packst du den Kleinen blitzschnell mit der Hand. Wie das genau geht? Packe mir deiner Hand krallenartig blitzschnell zu (nicht zu fest, nicht zu sanft). Am besten an der Seite vom Hals. Dein Welpe wird vermutlich erschrecken, eventuell sogar quietschen. Du kannst danach eventuell auch ein nervöses “mit der Zunge über die Schnauze fahren” beobachten. Aber keine Sorge! Dem Welpen geht es gut! Er wurde nur eben zurechtgewiesen. In Hundesprache. Nach der Zurechtweisung lässt du den kleinen Vierbeiner einfach ein paar Minuten. Nicht streicheln! Bestenfalls nicht mal ansprechen! Diese Art und Weise mag dir seltsam vorkommen, aber stellt wohl die “hundgerechteste Korrektur” zum Abstellen des Beissverhaltens dar. Obendrein wird nach mehrmaligem Wiederholen ein kurzes Knurrgeräusch reichen, um deinem Hundewelpen klarzumachen, dass er das, was er da vor hat (beissen), besser unterlässt.

“Und was gibt es sonst noch zu beachten?”

So, du weißt also jetzt, wie du einen Hundewelpen davon abhalten kannst dich ständig zu beissen. Zugegeben, die Kleinen beissen ja nicht wirklich zu. Dennoch kann es schon manchmal weh tun. Das Problem ist häufig, dass Hundewelpen aber nicht nur an deiner Hand rumkauen, sondern auch an anderen Gegenständen oder Kleidung. Wie du das abstellst? Genauso, wie oben erklärt oder aber mit klaren Kommandos. “Nein!” und blitzschnell zupacken. Das Zupacken ist dabei weder gewaltsam, noch streichelnd. Es ist lediglich eine Imitation dessen, was erwachsene Rudeltiere tun würden. Du unterwirfst nicht, du maßregelst. Nachfolgend haben wir noch ein paar Tipps für dich, wie du das Beissverhalten deines Hundewelpen zusätzlich vermindern bzw. vermeiden kannst. Bitte denke daran, dass Vermeidung nicht von Erziehung freispricht. Hier nun unsere Tipps:

  • Wenn du mit deinem Hundewelpen spielen willst, dann benutze Kauspielzeuge. Da darf der Vierbeiner reinbeissen und daran rumkauen. Deine Hände sind tabu! Biete sie dem Hund also auch nicht als Spielzeug an!
  • Der obere Punkt impliziert auch, dass du nicht mit deinen Händen, Fingern oder Zehen vor dem Hundewelpen rumfuchtelst. Das animiert den Hund lediglich zum “Fangen” und triggert seinen Jagdtrieb.
  • Benutze niemals Spielzeuge, die quietschen! Ehrlich, tue es nicht. Diese Spielzeuge geben quietschende Töne von sich, wenn der Hundewelpe zubeisst. Das triggert sein Jagdverhalten und trägt niemals dazu bei, dass Beisshemmung ordentlich aufgebaut wird.
  • Streichel deinen Welpen langsam, anstatt ihn zu tätscheln. Tätscheln könnte den Kleinen animieren zum Spiel und Hunde spielen nunmal viel mit ihrer Schnauze!
  • Beziehe deine Kinder mit in die Erziehung ein! Besonders kleine Kinder neigen dazu, den jungen Hund ständig zu animieren. Kein Wunder also, dass der Welpe hier kein ordentliches Beissverhalten lernt. Wenn deine Kinder noch zu klein sind, um aktiv zu erziehen, dann darfst du sie mit dem Welpen nicht alleine lassen.

Fazit

Das war es dann auch schon! Wir hoffen, dass wir dir helfen konnten eine hundegerechte Art und Weise des Abstellens des Beissverhaltens bei Hundewelpen zu verstehen. Und wir hoffen auch, dass du uns von deinen (Erziehungs-)Erfahrungen in den Kommentaren berichtest. Wenn du den Beitrag hilfreich findest, dann freuen wir uns natürlich auch, wenn du ihn mit deinen Bekannten und Freunden teilst.

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