How-To: Zecken richtig entfernen

How-To: Zecken richtig entfernen

Die kleinen Blutsauger sind wohl jedem Tierhalter bestens bekannt. Es scheint fast, als würden sie überall lauern und nur darauf warten, den passenden Wirt zu finden. Die Rede ist ganz klar von Zecken. Die kleinen Blutsauger sind jedoch nicht nur lästig, sondern auch gefährliche Krankheitsüberträger. Und zwar für beide: Mensch und Tier! Gerade Hunde werden stehen hoch im Kurs bei Zecken. Wir wollen uns heute ansehen, wie du die Blutsauger von deinem Tier richtig entfernst und auch, was an so einigen Mythen dran ist. Es kann schließlich nie schaden mit Irrtümern aufzuräumen.

Zecken – Informationen, Irrtümer und Schutzmaßnahmen

Ein erster großer Irrtum ist, dass Zecken irgendwo über uns verweilen würden, bis ein geeigneter Wirt sich unter sie begibt und sie sich einfach fallen lassen. Tatsächlich kommt die Gefahr von unten. Zecken halten sich im Gras und in Büschen auf. Ganz gleich ob das nun eine hohe Wiese oder der Stadtpark um die Ecke ist. Dein Hund könnte der geeignete Wirt sein und wenn dem so ist, dann streifen sich die Blutsauger vom Gras oder Strauch ab. Nächster Halt: Haut des Wirts. Einmal zugebissen ernähren sie sich bis zu 15 Tage lang vom Blut des Wirts. Vollgesaugt lassen sie sich dann wieder fallen. Zecken werden auch nicht erst in den warmen Jahreszeiten aktiv. Tatsächlich reicht eine Temperatur von 7°C aus. Wird es kälter, verfallen die Zecken in eine Winterstarre. Was die Blutsauger aber am liebsten haben ist schwüles Wetter, etwa im Sommer nach einem Regenschauer.

Dem Zeckenbefall vorbeugen kannst du nicht wirklich. Parasitenschutz für Tiere gibt es zwar, doch selbst die gängigsten Mittel schützen dein Tier nicht vor dem Befall. Antiparasitika wird bspw. in Tropfenform in den Nacken des Tieres gegeben und tötet Zecken beim Blutsaugen. Dafür sind diese Mittel aber auch im Organismus deines Tieres und mitunter können diese das Tier auch belasten. Aber das wäre eher ein Thema für einen eigenen Blogbeitrag. Besser sind hier schon die Sog. Parasitenschutzbänder, welche dem Hund als Halsband angelegt werden. Diese haben sich in vielen Studien positiv bewährt und belasten den Organismus des Tieres nicht. In beiden Fällden ist es ratsam vorab mit dem Tierarzt zu sprechen. Vor allem, wenn es sich bei deinem Tier um eine Katze handelt. Denn was für den Hund in Ordnung geht, kann für die Katze sogar giftig sein! In keinem Fall gibt es ein 100-Prozent-zeckenfrei Mittel, also bleibt dir nur das gründliche Absuchen des Tieres, am besten nach jedem Spaziergang.

Wie halten sich Zecken eigentlich an ihrem Wirt fest?

Nun, Zecken sind bestens ausgerüstet um a) zuzubeißen und b) sich am Wirt festzuhalten. Am Kopf des Parasits befindet sich Stechapparat. Dieser ist versehen mit Widerhaken und dem Rüssel, über den das Blut aufgenommen wird. Manche Zeckenarten produzieren zusätzlich noch eine Art Klebstoff. In jedem Fall sind die Parasiten bestens gerüstet um nicht vom Opfer abzufallen. Das eigentliche Problem an Zeckenbissen ist nicht, dass die Zecken sich am Opfer festklammern. Das Problem ist vielmehr, dass viele Zeckenbisse unentdeckt bleiben.

Und was genau ist das Problem an unentdeckten Zeckenbissen?

Wie bereits erwöhnt gehören Zecken zu gefährlichen Überträgern von Krankheiten. Unter anderem auch Babesiose (Hundemalaria). Aber auch Anaplasmose, Borreliose, Ehrlichiose und FSME. Zumeist geraten die Erreger dieser Krankheiten über den Speichel oder aber das Verdauungssystem in den Organismus des Wirts. In Deutschland, Österreich und der Schweiz am häufigsten vertreten ist dabei die Borreliose. Diese wird vom sog. Holzbock übertragen. Für Tier und Mensch empfiehlt sich deshalb eine vorbeugende Impfung.

Wichtiger Hinweis: Gegen Borreliose liegt gegenwärtig noch immer kein Impfstoff vor. Gegen FSME – die Frühsommer-Meningoenzephalitis – allerdings schon. Diese Krankheit wird ebenfalls von Zecken übertragen, doch ausgelöst durch übertragene Viren. Borreliose wird ausgelöst durch Bakterien. Bezüglich der Impfstoffe und deren etwaigen Nebenwirkungen kannst du dich jederzeit an den Tierarzt deines Vertrauens wenden (was wir durchaus vor einer Impfung empfehlen).

So entfernst du jede Zecke richtig!

Jetzt geht es ans Eingemachte. Und das ist nicht mal halb so schwer, wie du es dir vielleicht vorstellst. Ganz gleich welche Art von “Werkzeug” du für das Ziehen der Zecke her nimmst, der Vorgang ist grundlegend immer derselbe:

  1. Ziehe das Fell dort wo die Zecke sitzt vorsichtig auseinander
  2. Greife die Zecke so nah wie nur möglich an der Haut
  3. Ziehe die Zecke behutsam und senkrecht aus der Haut (niemals mit einer Drehbewegung!!!)
  4. Beim senkrechten Ziehen kannst du das Ziehwerkzeug leicht hin- und herbewegen
  5. Nachdem die Zecke gezogen ist solltest du die Stelle säubern und desinfizieren

Das Werkzeug ist wirklich rein persönliche Präferenz. Eine Pinzette, Zeckenkarte, Zeckenzange… alle entfernen zuverlässig die Blutsauger aus dem Körper. Im Übrigen sollten Zecken entfernt werden, sobald sie entdeckt wurden. Natürlich können ruhig noch ein paar Stunden vergehen (Borreliose-Bakterien werden erst nach etwa 12-24 Stunden übertragen), aber allzuviel Zeit solltest du dir auch nicht lassen. An sich ist es allerdings immer empfehlenswert ein Ziehwerkzeug dabei zu haben.

Besonderer Hinweis: das Steckenbleiben des Zeckenkopfes ist viel umgeben von Irrtümern. Selbst wenn bei der Entfernung der Zecke der Kopf im Körper verbleibt, gibt es keinen Grund zur Aufregung. Erstens bleibt nicht der komplette Kopf stecken, sondern lediglich der Stechapparat der Zecke. Dieser Apparat alleine kann keine Krankheiten übertragen und wird vom Körper selbst ausgestoßen.

Fazit und wohin mit der gezogenen Zecke?

Ja, wo genau denn nun hin mit dem entferntem Parasit? Einfach in die Toilette? Nein! Auf keinen Fall einfach in die Toilette. Denn Zecken überlegen unter Wasser erstaunlich gut und lange. Besser du ertränkst die Zecke entweder in Chlorreinger oder auch Sagrotan. Du kannst die Zecken jedoch auch einfach verbrennen. Die gezogenen Blutsauger einfach auf ein Küchentuch aus Papier geben, zusammenfalten und verbrennen. Du könntest sie auch zerquetschen. Das nur der vollständigkeitshalber.

Wir hoffen, dass dir diese Tipps helfen die warmen Jahreszeiten besser zu überstehen. Zeckenbisse sind für Menschen und Tiere gefährlich und sollten immer auch potenziell als Gefahr eingestuft werden. Damit zu spaßen kann schnell in die Hose gehen. Mit unseren Tipps solltest du allerdings jede Zecke mit jedem Ziehwerkzeug entfernen können und so die Gesundheit deine/-s Vierbeiner/-s sicherstellen. Wenn dir dieser Blogbeitrag gefallen hat, dann fragen wir dich frech danach deinen Bekannten und Freunden davon zu erzählen! Kommentare sind natürlich auch immer gern gesehen.

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