Hunde und Angst: "Anfassen? Nein, danke!"

Hunde und Angst: “Anfassen? Nein, danke!”

Hunde sind in ihren Verhaltensweisen sehr vielfältig. Wir Hanfpfoten bemerken das immer wieder. Sei es nun bei der Beobachtung von Hunden unserer Freunde, Kunden oder den Berichten von Tierschützern, welche wir unterstützen. Ausführlicheres hierzu kommt übrigens bald. Was wir jedenfalls immer wieder beobachten, sind sog. “Angsthunde”. Hunde also, die an verschiedensten Ängsten leiden. Heute wollen wir uns Angst bei Hunden ansehen, die sich spezifisch um die Angst vor dem Menschen bzw. dessen Berührungen dreht. Hunde mit dieser Angst sind geprägt von defensivem Verhalten, kuscheln oder auch nur streicheln scheint unmöglich. Entweder sie ergreifen die Flucht oder sie versuchen gar anzugreifen. Manche dieser Hunde kommen sogar auf den Menschen zu und scheinen “zutraulich”, nur um bei der kleinsten Bewegung zu flüchten oder aber knurrend klarzustellen, dass Anfassen nicht infrage kommt. Hast auch du einen Hund mit so einer Angststörung? Wir verraten dir heute, wie du damit umgehen kannst und deinem Tier somit helfen.

Angst vor dem Menschen zeigt sich vielfältig

Es ist erst mal wichtig zu erörtern, warum manche Hunde so extreme Angst vor Menschen (selbst vertrauten Personen) haben. Das kann vielfältige Ursachen haben. Bei sog. “Straßenhunden” liegt das oft an “schlechten Erfahrungen”. Das zumindest erklärt uns Selin, eine private Tierschützerin im Süden der Türkei, welche sich auf einem angemieteten Grundstück um insgesamt 21 Tiere kümmert. Die meisten kommen dabei von der Straße und waren entweder fast verhungert oder aber (teils schwer) verletzt. “Gerade hier werden Hunde leider als Nutztiere gehalten oder aber auch als eine Art Statussymbol”, sagt sie. Zudem sollen viele Einheimische mit den Tieren nicht gerade zimperlich umgehen. “Wenn einem Hund am Fell gezerrt wird, er geschlagen oder immer wieder stark verängstigt wird durch menschliche Hände, dann ist die Folge eigentlich ziemlich klar. Wir Menschen würden in diesem Fall wohl auch dazu neigen ein vorsichtiges, ängstlich-geprägtes Verhalten an den Tag zu legen.” Und ja, wir alle wissen vermutlich aus der Hundeerziehung, dass Hunde positives wiederholen wollen und negatives versuchen zu vermeiden.

Manche Hunde sind Anfassen durch den Menschen auch einfach nicht gewohnt. Diese Hunde können dann auch Angst vor dem Fremden zeigen. Oder aber die Tiere haben gesundheitliche Probleme. Manche Hunde wollen einfach keine Streicheleinheiten, während sie an Schmerzen leiden. Das alles ist kein sehr detaillierter Hintergrund für Angststörungen. Aber es geht hier auch nicht um einen tierpsychologischen Fachartikel. Vielmehr wollen wir dazu übergehen, wie du deinem Tier bei ausgeprägtem Angstverhalten helfen kannst. Für uns jedenfalls gibt es wenig Schlimmeres, als mit anzusehen, wie ein Hund andauernd Angst vor uns hat und wenig Schöneres, als wenn dieser Hund sich dann final streicheln lässt. “Und das geht nur mit viel Zeit und Geduld”, sagt Selin.

Beobachten und die passenden Maßnahmen ergreifen

Der erste Schritt ist einfach: beobachten und lernen. Beobachte deinen Hund und versuche zu erkennen, ab wann er oder sie sich unwohl fühlt. “Hunde mit Angst vor Berührungen können vor verschiedenen Dingen zurückschrecken. Das kann eine gewisse Körperhaltung sein, aber auch die Geschwindigkeit mancher Bewegungen. Selbst Farben oder bestimmte Gegenstände. Lucky zum Beispiel tickt völlig aus und geht zum Angriff über, wenn versucht wird, ihm ein Halsband anzulegen”, erklärt uns hierzu Selin von Keyo’s Hundeparadies. Ein anderer Hund des privaten Projekts versteckte sich jahrelang vor jeglichen Menschen, vor allem Männern. “Es ist wichtig feinfühlig zu beobachten, wann der Punkt gekommen ist, an dem das Tier anfängt Angst zu spüren.” Und dafür ist es zudem wichtig, sich ein wenig mit der Körpersprache der Vierbeiner zu beschäftigen. Denn dein Hund sendet viel mehr Signale aus, als dir vielleicht bewusst sind. Wenn er anfängt zu flüchten oder knurren, dann hast du eine Vielzahl an Signalen bereits verpasst.

Was aber tun? Beobachten alleine hilft schließlich nicht. Viele Menschen versuchen gegen die Angst mit Leckerlis anzugehen. Alle Hunde lieben Leckerlis, oder? Nun, das stimmt a) so nicht und b) kann das dennoch scheitern. Aus der Hand füttern zu wollen, mag vielleicht sinnvoll klingen bei Hunden mit Berührungsängsten, allerdings versetzt es den Vierbeiner eventuell in einen schweren, innerlichen Konflikt. Dein Hund will das Leckerli gerne haben, aber gleichzeitig muss er oder sie sich gefährlich nah an dich heranwagen. Das kann dazu führen, dass das Tier am Ende doch noch mit einer Angstreaktion reagiert. Und zwar dann, wenn das Leckerli gegessen wurde. Der innere Konflikt kann bei manchen Tieren auch sehr gut körperlich beobachtet werden. Der Hund bleibt mit den Hinterbeinen an Ort und Stelle stehen, während die Vorderbeine immer weiter nach vorne wandern. Den Kopf streckt das Tier dabei so weit es nur geht nach vorne, um irgendwie doch noch an das Leckerli zu kommen. “Stretched approach posture” sagt dazu die Fachsprache übrigens. “Wenn der Hund so reagiert, ist es wichtig sich nicht zu bewegen. Einfach an Ort und Stelle verharren und den Hund dabei möglichst sogar ignorieren.”

Der Drei-Punkte-Plan gegen die Angst vor dem Menschen

Besser als der Ansatz mit Leckerlis oder Futter wäre, dem Tier drei Sachen zu vermitteln:

  • “Die Nähe eines Menschen bedeutet etwas Tolles!”
  • “Der Mensch setzt mich nicht unter Druck!”
  • “Der Mensch geht wieder weg und es ist nichts Schlimmes passiert!”

Das kann zum Beispiel so aussehen: dein Hund geht langsam auf dich zu. Du lobst den Hund aus der Ferne und wirfst ihm ein Leckerli zu. Sollte die Wurfbewegung deinen Hund bereits verängstigen, dann kannst du das Leckerli auch einfach auf den Boden fallen lassen und weggehen. Das funktioniert bei fremden Menschen und auch bei dir selbst. Dein Hund lernt so genau die drei oben genannten Punkte: die Annäherung bedeutete etwas Tolles (das Loben und das Leckerli), es wurde keinerlei Druck ausgeübt und der Mensch ging wieder, ohne negative Zwischenfälle.

Auch ist es wichtig, dass du deine eigene Körpersprache ein wenig anpasst. Wenn dein Hund beispielsweise angst hat, wenn du auch nur in seine Richtung gehst, dann solltest du das Tier ignorieren. “Am besten ist es, einfach nur zu tun, was man tun wollte. In schweren Fällen lohnt es sich auch anzukündigen, dass man kommt.” Das bedeutet, dass du ganz simpel gesprochen deinem Hund vorher ankündigst, dass du jetzt an ihm vorbeigehst. Beim Vorbeigehen drehst du dich dann leicht vom Hund weg. Das signalisiert dem Vierbeiner, dass keine Gefahr droht. Optimal wäre es, wenn du ein Leckerli dabei fallen lässt. So lernst du deinem ängstlichen Tier abermals die oben genannten drei Punkte.

Wie du die Angst deines Hundes besiegst? Mit Zeit, Geduld und vor allem Liebe

“Wichtig ist einfach nur, dem Tier Zeit zu geben. Hunden mit Angst vor dem Menschen müssen erst mal wieder Vertrauen aufbauen. Und das gelingt nur mit viel Zeit, Geduld und Liebe.” Wenn dein Hund erst mal keine Angst mehr zeigt, wenn du an ihm oder ihr vorbeigehst, dann kannst du zum nächsten Schritt übergehen. Anfassen. Hierzu ruft du deinen Hund oder tust so, als würdest du an ihm vorbeigehen. Lass ein Leckerli fallen und bleibe einfach sitzen bzw. stehen. Zeigt dein Hund nach dem Fressen des Leckerlis keine Vermeidungsanzeichen, kündige das Anfassen an. Frage beispielsweise, ob er oder sie gestreichelt werden möchte. Zeigt sich keine Angst, dann führe deine Hand langsam auf das Tier zu. Was du in keinem Fall machen solltest, sind hastige Bewegungen. “Wichtig ist sich zu merken, dass Wiederholungen den Lernprozess steuern. Bei Bessy hat es Jahre gedauert, bis sie sich von mir oder auch anderen streicheln ließ. Lucky lässt sich bis heute noch kein Halsband anlegen. Von niemandem”, erzählt uns Selin hierzu.

Unterstützend kann auch CBD sein. Das natürliche Extrakt aus der Hanfpflanze hat nachweisbar eine beruhigende und entspannende Wirkung. Diese Wirkung kann Angst lindern und den Prozess so vereinfachen. Für dich und für deinen Hund. Wir raten hier keinesfalls zur blinden Verabreichung von CBD Hanföl, nur um die Erziehung oder Arbeit mit deinem Tier zu erleichtern. Aber manche Angststörungen bei Hunden kommen psychischen Krankheiten sehr nahe oder fallen vielleicht sogar schon in diese Kategorie. Und wir finden es wichtig, dass Tiere mit leidvollen Problemen eine ordentliche Behandlung bekommen. Diese muss primär über dich, also den Menschen, erfolgen. Diese Behandlung kann durch CBD auf einem natürlichen Weg unterstützt werden. Denn wir beide, du und wir Hanfpfoten, haben (mindestens) eines gemeinsam: wir wollen alle nur das Beste für unsere Tiere und für uns selbst!

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