Wie CBD gegen Epilepsie wirken kann (Teil 1)

Wie CBD gegen Epilepsie wirken kann (Teil 1)

Epilepsie ist nicht nur beim Menschen ein großes Thema. Auch Tiere können von der häufigsten neurologischen Erkrankung betroffen sein. Hunde und Katzen, also die wohl beliebtesten Haustiere, sind hier keine Ausnahme. Die Diagnose Epilepsie beim Haustier trifft folglich viele TierbesitzerInnen hart. Der eigene Hund oder die eigene Katze waren bis eben noch kerngesund und von einem Augenblick auf den nächsten schwer krank. Die medizinische Forschung sucht immer weider nach neuen Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Formen von Epilepsie. Natürliche Substanzen geraten dabei immer mehr in den Fokus. Die Hanfpflanze mit ihren zahlreichen Komponenten sei hier besonders hervorzuheben.

Cannabidiol (CBD) ist kein Wunderheilmittel und auch nicht die Antwort auf alle Fragen. Bei all den positiven Erkenntnissen der Wissenschaft jedoch ist es kaum verwunderlich, dass CBD immer häufiger in Bezug auf weitere Krankheitsbilder untersucht wird. Die Liste an Studien der Forschung über CBD und dessen Wirksamkeit bei verschiedenen Krankheiten ist lang. Und da Epilepsie einfach ein großes und wichtiges Thema ist, haben wir uns für dich umgesehen in der Welt der Studien und Forschungsberichte. Und siehe da, wir haben tatsächlich Ergebnisse bzgl. Epilepsie gefunden!

Wichtiger Hinweis: nachfolgende Zusammenfassungen beruhen auf echten wissenschaftlichen Publikationen. Wir nennen zum Beleg dafür jeweils den Originaltitel und verlinken zum entsprechenden Text. Die Texte liegen in Englisch vor und werden von uns selektiert. Zudem übersetzen wir entsprechende Abschnitte dieser Texte frei und stellenweise vereinfacht. Dies dient der Lesbarkeit, der Verständlichkeit, als auch dabei den Rahmen unserer üblichen Blogbeiträge nicht zu sprengen.

Sind Cannabinoide wirksam gegen Epilepsie?

Bereits im ersten Forschungsbericht wird auf das Endocannabinoidsystem, dessen CB1 und CB2 Rezeptoren, als auch körpereigene und körperfremde Cannabinoide eingegangen. Geht ja schon mal gut los. Die Forscher halten auch direkt mal fest, dass körperfremde (sog. exogene Cannabinoide) Anfälle und Neurodegeneration bei Epilepsie einschränken können. Körpereigene (also endogene) Cannabinoide besitzen weitestgehend dieselbe Wirksamkeit. Diese körpereigenen Cannabinoide sind es auch, die bei epileptischen Anfällen aktiviert werden. Dabei hemmen oder unterdrücken die Endocannabinoide synaptische Signale und nehmen Einfluss auf den Verlauf des Anfalls. Die Forscher halten zudem fest, dass das Endocannabinoidsystem keine unveränderliche Effektivität besitzt. Das sind gute und schlechte Neuigkeiten zugleich. Einerseits lässt sich das ECS in seiner Effektivität erhöhen. Andererseits verändern epileptische Anfälle das ECS und dessen Rezeptoren, was im Umkehrschluss auch die Wirkung von Cannabinoiden beeinflusst.

Die Forscher ermutigen weitere Untersuchungen des Endocannabinoidsystems und den Auswirkungen von epileptischen Anfällen auf eben jenes. Cannabinoide besitzen eine nachweisbare, gewünschte Wirkung auf die Anzahl und Intensität von epileptischen Anfällen, doch ist hierzu jeweils mehr Forschung notwendig. Vor allem dann, wenn CB1 und CB2 Rezeptoren durch Anfälle geschädigt werden. Hier ist das englische Original zum nachlesen: “Seizing an opportunity for the endocannabinoid system.” (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25346637/, 07/06/2019).

Cannabidiol und Cannabidivarin – im Team gegen Epilepsie?

Im zweiten Forschungsbericht “Nonpsychotropic Plant Cannabinoids, Cannabidivarin (CBDV) and Cannabidiol (CBD), Activate and Desensitize Transient Receptor Potential Vanilloid 1 (TRPV1) Channels in Vitro: Potential for the Treatment of Neuronal Hyperexcitability” (pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/cn5000524, 07/06/2019) geht es um die Wirkung von Cannabidiol (CBD) und Cannabidivarin (CBDV) bei Epilepsie. CBDV ist ein sog. Homolog von CBD. Die Autoren führen aus, dass jüngste Untersuchungen zeigten, dass der sog. TRPV1-Rezeptor eine Rolle beim Einsetzen und Fortschritt von manchen Formen der Epilepsie spielt. CBD und CBDV wirken beide krampflösend und regten in Laborversuchen die Produktion von intrazellulärem TRPV1-Kalzium an. Das erregte die Aufmerksamkeit der Forscher, welche nun wissen wollten wie CBD und CBDV auf den TRPV1-Rezeptor wirken, wenn ein epileptischer Anfall vorliegt.

Die Ergebnisse (an dieser Stelle vereinfacht ausgedrückt) zeigten deutlich, dass sowohl CBD, als auch CBDV – dosierungsabhängig – den TRPV1-Rezeptor aktivierten und schnell desensibilisierten. Zudem ließen sich Aktivierungen (und Desensibilisierungen) der Rezeptoren TRPV2 und TRPA1 feststellen. CBDV war zudem in der Lage die Stärke und Dauer von epileptischen Aktivitäten zu verringern. Eine unumstößliche, therapeutische Einsetzbarkeit von CBD und CBDV bei Epilepsie lässt sich mit diesen Ergebnissen freilich nicht festhalten. Eine gewünschte Wirkung auf epileptische Krampfanfälle jedoch schon.

CBD verringert Anzahl von epileptischen Anfällen

Der letzte Forschungsbericht von “Wie CBD gegen Epilepsie wirken kann (Teil 1)” beschreibt eine längere Studie. Zunächst wurden in der ersten Phase 16 gesunde Menschen in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt 3 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht für 30 Tage. Die andere erhielt ein Placebo. Es wurden verschiedene neurologische und physiologische Untersuchungen in dieser Zeit angestellt, darunter auch Blut- und Urinanalysen, EKG und EEG (in wöchentlichen Intervallen). In Phase 2 der Studie wurden 15 Epilepsiepatienten in zwei Gruppen aufgeteilt. Diese bekamen entweder 200-300 mg CBD oder ein Placebo. Phase zwei dauerte 4 1/2 Monate und die Untersuchungen (siehe Phase 1) wurden in 15-tägig oder 30-tägig durchgeführt. Die Patienten in Phase 2 nahmen durchweg ihre verschriebenen Medikamente gegen Epilepsie, wenngleich diese Medikamente keine Wirkung mehr zeigten.

Aus der Phase 2 blieben 4 von 8 Patienten fast frei von Krampfanfällen. Bei weiteren 3 Patienten war eine teilweise Besserung des Gesundheitszustandes erkennbar. CBD blieb lediglich bei einem Patienten ohne Wirkung. Die Verfassung der Placebogruppe blieb bis auf einen Fall unverändert. Die Autoren regen dazu an, dass weitere Untersuchungen durchgeführt werden und der potenzielle Einsatz von CBD als therapeutisches Mittel gegen Epilepsie diskutiert wird. Den Bericht findest du übrigens hier: “Chronic administration of cannabidiol to healthy volunteers and epileptic patients.” (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7413719/, 07/06/2019)

Fazit zu CBD gegen Epilepsie

Die Forschung rund um Cannabidiol und dessen gezielten Einsatz gegen Epilepsie steckt noch in einer frühen Phase. Vor allem Langzeitstudien fehlen gegenwärtig. Die Wirksamkeit gegen Epilepsie jedoch ist schon heute erkennbar. Cannabinoide bzw. CBD im Speziellen verringern sowohl die Anzahl, die Dauer, als auch die Intensität von epileptischen Anfällen. Die genauen Hintergründe mögen ungeklärt sein, doch wir denken es ist nicht überzogen zu sagen, dass dich als TierbesitzerIn am Ende nur eines interessiert: dein glückliches und gesundes Tier. Und dass CBD deinem Tier bei sachgemäßer Anwendung nicht schadet, sagt selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO)!

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